Der NABU Insektensommer ist gestartet

Nun heißt es wieder: Eine Stunde lang Insekten beobachten, zählen und an den NABU melden!

Die NABU-Mitmachaktion findet vom 4. Juni bis 13. Juni und vom 6. August bis 15. August deutschlandweit statt. Auch die NABU-Ortsgruppe Reinfeld-Nordstormarn ist dabei und ruft alle Stormarner:innen auf, mitzuzählen.

Beobachten und zählen können alle und fast überall: Garten, Balkon, Park, Wiese, Wald, Feld, Teich, Bach oder Fluss. Das Beobachtungsgebiet soll nicht größer sein als 10 Meter im Radius.Gezählt wird eine Stunde lang. Gemeldet werden die Beobachtungen per Online-Formular oder über die kostenlose Web-App NABU Insektensommer.

Aber keine Angst, niemand erwartet von euch, dass ihr alle 33.000 Insektenarten in Deutschland bestimmen könnt. Ihr bestimmt einfach so weit, wie ihr kommt. Es ist also euch überlassen, ob ihr einen Käfer, einen Marienkäfer oder den Siebenpunkt-Marienkäfer meldet. Zusätzlich kann euch die neue NABU Web-App oder der Online-Bestimmungsschlüssel helfen. Wir sind uns sicher, dass ihr überrascht seid, wie viele Insekten ihr in kürzester Zeit selbst bestimmen könnt. Und ganz nebenbei soll die Aktion natürlich auch einfach Spaß machen!

Also, nichts wie raus, gerade bei dem schönen Wetter momentan sind besonders viele Sechsbeiner unterwegs.

Alle weiteren Infos zu Aktion findet ihr unter folgenden Links:

Erklärvideo zur Aktion: https://www.youtube.com/watch?v=MRIfIMzMRno

Website zum Insektensommer: www.insektensommer.de

Link zum Bestimmungsschlüssel: https://insektentrainer.nabu.de/insektenbestimmungsschluessel/

Link zur Web-App: https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/insektensommer/mitmachen/30048.html

Erklärung zum Meldeformular: https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/insektensommer/mitmachen/24573.html

Hier wächst das Futter für Singvögel und Fledermäuse

Im naturgemäßen Garten sind Gespinstmotten
willkommen. Es Kleinschmetterlinge, die als Primärkonsumenten im
Nahrungsnetz eine wichtige Rolle spielen: Sie fressen Pflanzen und
sind wiederum Futter für z.B. Vögel und Fledermäuse.

Hier ein Gespinst an einem Pfaffenhütchen (31.
Mai 2021). Die Raupen fangen gerade erst richtig an zu fressen, der
Busch wird wohl noch sehr viel kahler werden, wird aber wieder
austreiben.

Weitere Infos:
www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/insekten-und spinnen/schmetterlinge/nachtfalter/28042.html 

 

Naturgemäßes Gärtnern

Die heimische Lebensgemeinschaft aus Pflanzen, Insekten Vögeln und vielen Lebewesen mehr braucht einen Lebensraum in dem Futter, Nist- und Versteckmöglichkeiten sowie Nistmaterial bereit steht. Naturgemäßes Gärtnern  hat das im Zusammenhang mit dem Jahreszeitlichen Rhythmus im Blick. Da es sehr viele Nahrungsbeziehungen gibt spricht man von Nahrungsnetzen, z.B.

  • Der Regenwurm wird nicht nur von Amseln gefressen sondern auch von anderen Vögeln, von Maulwürfen und Igeln, auch Füchse finden Regenwürmer lecker und der Regenwurm braucht einen gesunden Boden.
  • Spinnen werden nicht nur von Vögeln gefressen sondern z.B. auch von manchen Wespenarten, Fröschen, anderen Spinnen und Eidechsen. Spinnen wiederum fressen gern Insekten, die auch von Vögeln gefressen werden.
  • Grundlage allen tierischen Lebens sind Pflanzen, wobei die Ansprüche der Arten an die Pflanzenarten unterschiedlich sein können.

Bei so vielen Beziehungen der Lebewesen im Garten untereinander kann man ganz wirr im Kopf werden – wo anfangen? Eine bunte Blumenwiese für Insekten ist sicher immer eine gute Idee, aber nicht jeder Boden eignet sich dafür und nicht alle Gärtner*innen haben die Möglichkeit bzw. Lust einen zu fetten Boden durch Eintrag von Sand abzumagern.

In Hier werden immer mal wieder Beispiele auftauchen um die Gärtner*in zu inspirieren.

Beispiel Rotkehlchen – Vogel des Jahres 2021: Warum ist Sauerampfer für Rotkehlchen gut?

Wie alle Vögel braucht das Rotkehlchen Futter, Nistmöglichkeiten, Nistmaterial und Versteckmöglichkeiten.

Rotkehlchen sind im Garten oft Begleiter beim Lockern der Beete und warten auf freigelegte Regenwürmer. Die NABU Webseite gibt einen Überblick was sie sonst noch gern fressen:

  • Zur Brutzeit vertilgt das Rotkehlchen überwiegend Insekten und deren Larven, insbesondere Käfer, Zweiflügler, Netzflügler, Ohrwürmer, Schmetterlingsraupen, Ameisen und Blattläuse.
  • Im Sommer und Herbst erweitert es sein Nahrungsspektrum mit Beeren und Früchten von Schneeball, Pfaffenhütchen, Hartriegel, Faulbaum, blühendes Efeu und anderen Sträuchern.

(https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/vogel-des-jahres/1992-rotkehlchen/index.html)

Das Sommer- und Herbstangebot kann die Gärtner*in durch Anwesenheit der genannten Pflanzen bereichern. Andere Sträucher sollten auch heimische Sträucher sein, z.B. Holunder, da  exotische Pflanzen von den Vögeln i.d.R. nicht angenommen werden. Auch Samen von heimischen Blumen und Wildkräutern wie z.B. Stockrosen, Nachtkerzen, Akkelei,  Phazelia oder Johanniskraut stehen gern auf dem Speiseplan.

Schwieriger ist es, den Überblick für das Angebot an Insekten zu behalten. Grundsätzlich sind alle o.g. Pflanzen natürlich auch für Insekten eine Futterquelle, die ja die Blüten bestäuben und so für Samen und Beeren sorgen. Die auf der NABU-Webseite genannten Zweiflügler sind z.B. Fliegen und Mücken. Es gibt in Deutschland tausende Fliegenarten und ca. 50 Mückenarten, von denen nicht alle stechen. Die Netzflügler sind in Europa mit ca. 100 Arten vertreten, die Florfliege gehört z.B. dazu (https://niedersachsen.nabu.de/tiere-und-pflanzen/insekten/fliegen-muecken/24864.html).

Insektenfutter für Rotkehlchen setzt Nahrungsnetze voraus. Warum also ist Sauerampfer für Rotkehlchen gut?

  • Rotkehlchen fressen gern Florfliegen. Diese brauchen also gute Bedingungen um sich zu vermehren.
  • Die Gemeine Florfliege, die sich im Herbst neben den Marienkäfern bei uns in den Fensterritzen verkriecht, legt Ihre Eier in der Nähe von Blattlauskolonien ab. Die geschlüpften Larven, auch Blattlauslöwen genannt, fressen sich an Blattläusen satt, verpuppen sich und aus der Puppe schlüpft ca. 3 bis 5 Wochen nach Eiablage die neue Florfliege.
  • Ein Garten ohne Blattläuse ist also schlecht für Florfliegen. Besonders beliebt bei Blattläusen ist Sauerampfer, auf dem sich Massen an Blattläusen sammeln. Gutes Futter für die Blattlauslöwen und im Garten verstreut einige große Sauerampfer stehen lassen reduziert die Gefahr, dass Blattläuse sich an anderen Pflanzen vergreifen, die der Gärtner*in lieb sind.

Das Rotkehlchen ist Vogel des Jahres

Um diesen Titel tragen zu dürfen, musste das Rotkehlchen in der dieses Mal öffentlich durchgeführten Wahl 306 andere zur Wahl stehende Arten hinter sich lassen. Lag es in der Vorwahl mit 5962 Stimmen noch hinter der Stadttaube (8937 Stimmen) auf Platz zwei, setzte es sich in der entscheidenden Stichwahl der zehn beliebtesten Vögel klar durch. Mit 59338 Stimmen (17,4 %) lag es klar auf Platz eins vor der Rauchschwalbe (15,3 %) und dem Kiebitz (12,6%).
Wir vom Nabu Reinfeld-Nordstormarn gratulieren dem Rotkehlchen zur Wahl, denn mit seiner frechen Art gehört das Rotkehlchen auch zu unseren Lieblingen. Besonders gut ist das Rotkehlchen an seiner orangen Kehle zu erkennen, welche von Männchen und Weibchen getragen wird. Nur die Jungtiere sind mit ihrem braun gefleckten Gefieder etwas schwieriger zu erkennen. Obwohl einige Individuen im Winter kurze Strecken in Richtung Süden ziehen, bleiben viele der Rotkehlchen ganzjährig bei uns (Teilzieher).
Beobachten lässt sich das Rotkehlchen mit etwas Geduld fast überall auch in Reinfeld. Egal ob in städtischen Grünflächen, im Wald, bei einem Spaziergang um den Herrenteich oder im heimischen Garten – überall fühlt sich das Rotkehlchen wohl. Mit etwas Glück kommt man ihm sogar recht nahe, vor allem beim Gärtnern im eigenen Garten hüpft das Rotkehlchen gerne mal bis auf wenige Meter heran. Dies liegt daran, dass sich das Rotkehlchen größeren Säugern, wie z.B. Wildschweinen oder eben auch im Garten grabenden Menschen anschließt, um kleine Insekten, Spinnen und Würmer aus der aufgewühlten Erde zu picken. Im Spätsommer und Herbst stehen aber auch frische Beeren auf dem Speiseplan des Rotkehlchens.
Der Bestand der Rotkehlchen gilt bei uns derzeit als stabil. In Mittel- und Südeuropa sind allerdings durch die intensivierte Landwirtschaft, zunehmende Verbauung und der Jagd auf Rotkehlchen in Südeuropa leicht sinkende Zahlen zu verzeichnen. Mit der Wahlbotschaft „für mehr Gartenvielfalt“ setzt sich das Rotkehlchen gegen graue Steingärten und für bunte, vielfältige Gärten mit Laub und Zweigen zum Verstecken, sowie vielen Insekten und Beeren zum Naschen ein. Und davon profitiert natürlich nicht nur das Rotkehlchen, sondern auch viele andere Vogelarten.

Gefahr für Fledermäuse im Holzstapel

Der Winter ist zwar vorbei, aber wenn es  kalte Tage gibt, wird doch nochmal der Ofen mit Holzscheiten gefüttert.

Leider haben sich, besonders die kleinen Rauhautfledermäuse, hier gerne ein ruhiges Ruheplätzchen gesucht. Und wenn Holzstücke herausgezogen werden, kann es sein, dass eine in Winterstarre befindliche Fledermaus herausfällt, oder zwischen den Scheiten sogar verletzt wird.

Deshalb lieber Tierfreund – Augen auf bei Tätigkeiten an geschichtetem Holz – vielleicht kann dadurch manch kleiner Flattermann vor größerem Schaden, oder sogar dem Verbrennen, geschützt werden.

(Foto Fransenfledermaus/E. Grimmberger)

Schöpfungsgarten in Reinfeld

Die Planung vom Schöpfungsgarten – ein schöner Flecken auf dem neuen Friedhof – liegt schon 2-3 Jahre zurück. Solche Projekte brauchen Zeit von der Idee, über die Planung, bis zur Verwirklichung. Bei der Planung gab Sabine Reichle noch viele Anregungen für eine natürliche Gestaltung und Entwicklungsmöglichkeiten für diesen „Garten“.

Die Einweihung war am 16. August 2020 im Rahmen eines sehr nett gestalteten Gottesdienstes am Rande des Schöpfungsgarten bei herrlichem Wetter, und trotz Corona und den Auflagen war die Stimmung der Teilnehmer sehr gut.

Dieser Garten bedarf aber noch weiterer Pflege und Unterstützung, denn noch sind die Pflanzen, die von der Schöpfung erzählen und in der Bibel einen Zusammenhang finden, noch zu schwach. Deshalb gibt es jeden Mittwoch ab 9:30 bis ca. 12Uhr eine offene Gartengruppe, zu der sich jeder spontan, ohne Anmeldung, einfinden darf. Jeder kann sich dann eine für sich passende Tätigkeit aussuchen – und dabei vielleicht auch neue Kontakte knüpfen.

Zukünftig sollen im Schöpfungsgarten auch kleine Angebote an Veranstaltungen laufen, wie z.B. kleine Konzerte, Vorträge/Lesungen, Theater oder Ferienpass/NAJU Aktionen. Der NABU könnte sich z.B. Beiträge zum Thema „naturnahe Gärten“ und „Tiere in unseren Gärten“ vorstellen.

Wer hierzu einen Beitrag leisten möchte, mag er noch so klein sein, gerne bei Britt Pecher melden, Friedhofsverwaltung Tel. 04533 61236 oder per Email: friedhof@kirche-reinfeld.de.

Fauna Invidiae

Der Frühling naht und mit ihm die Lust am Naturerlebnis in Wald und Flur. Jedoch sollte nichts zurückbleiben, was dort nicht hingehört…

Das Bild wurde uns freundlicherweise von der Beiersbronn Touristik zur Verfügung gestellt. Herzlichen Dank dafür!

Frühlingsboten – Osterhase, Feldhase (Lepus europaeus)

Vorweg: Die Auflösung des Monatsrätsels lautet: Stockentenweibchen


Der Frühling steht vor der Tür und damit auch das Osterfest. Ostereier und der Osterhase gehören selbstverständlich dazu. Doch wann haben Sie den Osterhasen zuletzt gesehen?

Bild von Erika Wittlieb auf Pixabay

Das reale Vorbild des Osterhasen – der Feldhase –  wird ca. 60 bis 70 Zentimeter lang. Er hat kräftige, lange Hinterbeine, kann sehr schnell beschleunigen und sehr gut springen. Sein Fell ist braun bis rotbraun. Mit seinen langen Ohren kann er sehr gut hören. Tagsüber versteckt er sich gerne in einer von Hecken oder hohem Gras geschützten Mulde (Sasse), die er sich gräbt. Zu Beginn der Fortpflanzungszeit von Januar bis März treffen sich Hasen und Häsinnen zur Paarung auf Äckern oder Wiesen. Dann lassen sie sich auch tagsüber gut beobachten.

Die Bestände des Feldhasen haben seit den 80er Jahren um 75 Prozent abgenommen, etwa zwei bis drei Millionen Tiere soll es über ganz Deutschland verteilt noch geben. Auf der Roten Liste ist der Feldhase als gefährdet eingestuft.

Dem Hasen fehlen immer mehr die Nahrung und Verstecke. Die Intensivierung der Landwirtschaft mit dem Verlust von Strukturelementen und fehlender Nahrung ist hautsächlich für den schlechten Zustand der heimischen Hasenpopulation verantwortlich. Der Feldhase braucht abwechslungsreiche pflanzliche Kost, bestehend aus Gräsern, Kräutern, Wurzeln und Knollen. Die intensive Ackerbewirtschaftung mit Monokulturen, Düngung und Pestizideinsatz schmälert das Nahrungsangebot für den Feldhasen.

Durch die Anlage von Blühstreifen, Hecken und eine Extensivierung der Landbewirtschaftung könnten Nahrungsangebot und Rückzugsmöglichkeiten deutlich verbessert werden. Neben dem Hasen profitieren von solchen Maßnahmen viele andere heimische Tierarten, darunter bedrohte Wiesenvögel wie Kiebitz und Feldlerche, aber auch Bienen und andere Insekten. Mehr Informationen zum Feldhasen und wie Sie den NABU bei Maßnahmen zum Schutz des Osterhasen unterstützen können, finden Sie unter https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/saeugetiere/sonstige-saeugetiere/16729.html.

Rätsel des Monats

An den Gestaden der Trave fand ich eine kreisrunde Rupfstelle. Der Habicht hatte also wieder Beute gemacht. Aber wen hat er da gefressen?

Hast Du anhand der Federn erkannt, wer des Habichts Opfer wurde?
Schreib uns deine Vermutung an post@nabu.de.
Die Auflösung wird nächsten Monat verraten.

Online-Premiere des Filmprojekts „Die Trave-Kids auf Flusssafari“

Endlich ist es soweit: Das im Sommer 2013 mit dem Deutschen Naturschutzpreis des Bundesamtes für Naturschutz BfN ausgezeichnete Filmprojekt des NABU Reinfeld-Nordstormarn und der Projektgruppe Trave-Film über die „Trave-Kids auf Flusssafari“ ist online.

Das Film-Projekt feiert Anfang Februar 2021 Premiere, allerdings nicht wie geplant mit allen Teilnehmern und Kooperationspartnern im Kinosaal, sondern online zum Anschauen und zum Download:

Zur Trave-Kids Mediathek

Sabine Reichle, die damalige Vorsitzende des NABU Reinfeld-Nordstormarn, hatte die Idee für das Filmprojekt und erstellte das Konzept. Ein erfolgreiches Beispiel für gelungene Umweltbildung. Der Impuls auf diesem Wege Kinder und Jugendliche an den Fluss vor ihrer Haustür heran zu führen, weckt Interesse und Verständnis für den Lebensraum Trave. Das motiviert die Trave-Kids und die Zielgruppe des Filmprojektes vielleicht sogar künftig als Gewässerschützer aktiv zu sein.

Vom Frühjahr 2014 bis in den Herbst 2016 fanden die Dreharbeiten der Film-Crew mit ihren jugendlichen Hauptdarstellern statt. Es war geplant, einen einstündigen Film zu erstellen. Doch aufgrund der vielen spannenden Themen und Aktivitäten ist der Film „Die Trave-Kids auf Flusssafari“ ein zweieinhalbstündiges Werk in zehn thematisch abgeschlossenen Episoden plus Prequel und Bonusmaterial geworden.

Alle Filme und weitere Informationen zum Filmprojekt auf
trave-kids.de/